CMO of the Year 2026: Top Secret im Juryraum und 6 Finalist:innen
Die Jury des «CMO of the Year» hat die sechs Finalist:innen bestimmt. Ein Blick durchs Schlüsselloch einer Jurysitzung, die zeigt, wer im Finale steht und welche Anforderungen heute an moderne Marketingführung gestellt werden.

Die Finalist:innen des «CMO of the Year» stehen fest. Der Weg dorthin ist bewusst zweistufig angelegt. Zunächst beurteilen Jurymitglieder die Kandidat:innen unabhängig voneinander. Erst in einem zweiten Schritt werden die Bewertungen in einer gemeinsamen Sitzung zusammengeführt, hinterfragt und verdichtet. Gerade dieser Austausch macht die Jurierung Jahr für Jahr besonders spannend.
Denn am Ende geht es bei dieser für die ganze Branche bedeutsamen Wahl um weit mehr als Kampagnen, Markenbekanntheit oder Geschäftszahlen. Im Juryraum diskutierten 18 erfahrene Köpfe mehrere Stunden lang über eine Frage, die derzeit viele Marketingverantwortliche beschäftigt: Was zeichnet erfolgreiche Marketingführung in einer Zeit aus, in der sich Technologien, Märkte und Kundenerwartungen gleichzeitig verändern?
Die schwierigste Aufgabe im Unternehmen?
Als sich die Jury des «CMO of the Year» bei Admeira in Zürich zur entscheidenden Sitzung traf, wurde rasch deutlich, weshalb die Diskussionen in diesem Jahr besonders intensiv ausfielen. Künstliche Intelligenz verändert Prozesse und Geschäftsmodelle. Mediennutzung fragmentiert sich. Kund:innen erwarten Relevanz, Haltung und gleichzeitig attraktive Preise. Hinzu kommen wirtschaftliche Unsicherheiten, zunehmender Effizienzdruck und die Herausforderung, kurzfristige Resultate mit langfristigem Markenaufbau zu verbinden.

Der Titel «CMO of the Year» richtet den Fokus bewusst nicht primär auf Unternehmen oder Marken, sondern auf die Menschen dahinter. Ausgezeichnet wird eine Persönlichkeit, die strategisch denkt, Wandel gestaltet und ihre Organisation nachhaltig prägt. Gerade in anspruchsvollen Marktphasen zeigt sich, welchen Unterschied starke Marketingführung machen kann.
«Also in diesem Jahr ist die Diskussion um einiges intensiver gewesen als letztes Jahr», sagte Juror Jan Bohe nach der Sitzung.

Tatsächlich bewegte sich die Jury immer wieder in Spannungsfeldern, die heute viele Marketingverantwortliche beschäftigen. Wie viel Gewicht erhalten kurzfristige Erfolge gegenüber langfristigem Markenaufbau? Wie stark soll die Persönlichkeit gewichtet werden – und wie stark die Performance des Unternehmens? Und wie lassen sich Innovation, Kundenzentrierung und wirtschaftlicher Erfolg überhaupt miteinander vergleichen?
Prof. Dr. Sven Reinecke brachte diese Herausforderung auf den Punkt: «Es geht immer um die beiden Themen: Wir wollen eine Person auszeichnen […], aber andererseits muss das Unternehmen […] auch erfolgreich sein. Und dann gibt es natürlich immer die beiden Gegensätze: Ist es ein langfristiges Marketing, das erfolgreich ist, oder ist es etwas, was im letzten Jahr gerade aktuell gewesen ist und Akzente gesetzt hat […]?»

Sieben Kriterien für modernes Marketing-Leadership
Die Grundlage für die Jurierung bildet ein strukturierter Auswahlprozess. Das Institut für Marketing & Customer Insight der Universität St. Gallen erstellt zu allen Kandidat:innen detaillierte Dossiers. Die Bewertung geht dabei weit über klassische Marketingkennzahlen hinaus. Im Fokus stehen Persönlichkeiten, die Unternehmen und Marken nachhaltig prägen: durch wirtschaftlichen Erfolg, glaubwürdige Führung, Innovationskraft und Kundennähe. Ebenso fliessen Themen wie Purpose, Diversität und Nachhaltigkeit in die Beurteilung ein. Gesucht werden Menschen, die nicht nur Kampagnen verantworten, sondern Orientierung geben, Wandel gestalten und ihren Unternehmen langfristige Impulse verleihen.
Zwischen Strategie und Umsetzung
Mit Yaël Meier nahm dieses Jahr auch eine neue Jurorin Einsitz. Ihr Fokus lag insbesondere auf der konkreten Umsetzung der Marketingarbeit: «Es spielen ganz viele verschiedene Faktoren mit, aber etwas ist natürlich auch, was jetzt tatsächlich die Marketingaktivitäten gewesen sind, die diese Person verantwortet hat im letzten Jahr. Und da ist natürlich ganz viel passiert in der Marketinglandschaft Schweiz.»
Neben Erfolgszahlen und strategischer Ausrichtung spielten auch persönliche Eigenschaften eine wichtige Rolle. «Ich denke, es ist eine Person, die Ecken und Kanten haben muss, damit sie sich intern durchsetzen kann mit einer Idee, mit einer Kampagne, und das über längere Zeit», sagte Roland Ehrler.

Für Christoph Theler entscheidet letztlich die Wirkung beim Publikum: «Eine gute Kampagne ist fein, aber wenn sie nachher etwas bewirkt, wenn sie nachher ins Herz der Kunden kommt, dann hat sie Erfolg.»
Die sechs Nominierten 2026
In einem sorgfältigen und engagierten Auswahlprozess bestimmte die Jury sechs Persönlichkeiten für die diesjährige Shortlist. Sie stehen exemplarisch für unterschiedliche Wege, wie Marken heute erfolgreich geführt und weiterentwickelt werden können.
Veronika Elsener, Victorinox
Veronika Elsener entwickelt die traditionsreiche Marke Victorinox konsequent weiter. Sie verbindet ikonische Swissness mit internationaler Markenführung und einem ausgeprägten Verständnis für unterschiedliche Märkte und Kundengruppen.

Andrea Hänggi, Lindt & Sprüngli
Andrea Hänggi verbindet die Strahlkraft einer Traditionsmarke mit hoher Innovationsgeschwindigkeit. Mit neuen Produktideen, kultureller Relevanz und konsequentem Erlebnisdenken sorgt sie dafür, dass Lindt & Sprüngli auch bei jüngeren Zielgruppen präsent bleibt.

Antonia Lepore, AXA Schweiz
Antonia Lepore positioniert AXA als moderne, gesellschaftlich engagierte Marke. Dabei verbindet sie Customer Experience, Sponsoring und Storytelling zu einer Markenführung, die über klassische Versicherungswerbung hinausgeht.

Jens Plath, TWINT
Jens Plath hat die Entwicklung von TWINT zur führenden Schweizer Bezahl-App entscheidend mitgeprägt. Unter seiner Verantwortung entwickelte sich die Marke weit über ihre ursprüngliche Funktion hinaus zu einem digitalen Ökosystem mit hoher Relevanz im Alltag der Konsument.

Roman Reichelt, Brack
Roman Reichelt treibt die Transformation von Brack zu einer emotional aufgeladenen Consumer Brand voran. Rebranding, Community-Building und der transparente Einsatz generativer KI gehören zu den Schwerpunkten seiner Arbeit.

Raphael Werner, Denner
Raphael Werner prägt die Markenführung von Denner mit einer aufmerksamkeitsstarken und im Schweizer Alltag verankerten Kommunikation. Mit Humor, Selbstironie und hoher Wiedererkennbarkeit gelingt es ihm, die Marke im hart umkämpften Detailhandel klar zu positionieren.

Vertiefende Porträts folgen
Die sechs Nominierten werden in Kürze hier bei m&k sowie auf den Plattformen der Trägerschafts-Firmen publiziert. Geplant sind Kurzvideoporträts, die Einblicke in die Persönlichkeiten, ihre Arbeitsweise und ihre Sicht auf modernes Marketing geben.
Wer den Titel «CMO of the Year 2026» gewinnt, wird am 20. August bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Awards erstmals im LaSalle in Zürich statt. Für einen zusätzlichen persönlichen Akzent sorgt Baschi: In einer Spotlight Session gibt er Einblicke in seinen Werdegang, sein Berufsleben und die Erfahrungen, die ihn als Künstler und Persönlichkeit geprägt haben.

